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Verhalten

Papageien sind emotional sehr komplexe Lebewesen, und dementsprechend verhalten sie sich auch. Katharinasittiche warten mit einem immensen Repertoire an unterschiedlichen Verhaltensweisen auf, mit einer komplexen Sprache und mit einer gesunden Portion sozialer Kompetenz. Sie als intelligente kleine Wesen zu betrachten fällt nicht schwer.

Werner Lantermann schreibt in seinem Artikel "Haltungserfahrungen mit Katharinasittichen" (Gefiederte Welt 1/2002): "Wenn man einmal von der üblichen paarweisen Haltungsform in Kleinvolieren oder Zuchtboxen absieht und Katharinasittiche stattdessen in der Gruppe in einer hinreichend dimensionierten Voliere beobachtet, stellt sich unweigerlich das Gefühl ein, dass diese Vögel für tiersoziologische Untersuchungen manche Überraschungen bereithalten dürften."

Ähnliches berichtet Wagner (1998): "Meiner Meinung nach sollte man Katharinasittiche, und zwar mehrere Tiere, in geräumigen Volieren oder in großen Flugkäfigen unterbringen, denn die ganzen Beobachtungen können nicht in der Enge einer kleinen Zuchtbox gemacht werden, da sich die Katharinasittiche in der Zuchtbox die meiste Zeit im Nistkasten aufhalten. Aber in der Volierenhaltung sind Katharinasittiche sehr verspielte und lebhafte Gesellen, denen in ihrer Umgebung nichts entgeht. In Gruppen von mehreren Tieren gibt es zwar auch kleinere Rangeleien und Streitigkeiten, die aber mit etwas Beschäftigungstherapie, wie z. B. das Aufhängen von Hanfseilen oder frischen Zweigen zum Benagen, beseitigt werden können. In den Zuchtboxen kommt ihre Lebensfreude meiner Meinung nach, anders als in der Voliere, gar nicht richtig zur Geltung."

Und damit spricht er auch schon einige Punkte an, die bei der Haltung von Katharinasittichen und anderen Papageien falsch gemacht werden können. Allzu oft werden die Bedürfnisse der Papageien missachtet. Die Folge sind verstörte und psychisch wie physisch kranke Tiere.

Ein immenses Problem des Katharinasittichs ist seine geringe Größe und seine anfangs zurückhaltende Art. Sein Bedürfnis nach reichlich Bewegung wird dadurch leicht unterschätzt. Aber der Katharinasittich braucht viel Bewegungsraum in einer ausreichend großen Unterkunft und jede Menge Beschäftigung.

Die Problematik der Einzelhaltung ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Durch Aussagen wie "Einzeln gehalten werden vor allem Jungtiere recht zahm."(Arndt 1986) oder "Einzeln gehaltene Vögel können sehr zahm werden, und manche lernen auch einige Worte sprechen." (Pinter 1992; Anmerkung: die beiden zitierten Aussagen bezogen sich tatsächlich auf den Katharinasittich) werden unerfahrene Vogelhalter dazu ermuntert, die geselligen und sozialen Tiere zu einem Leben in Einsamkeit zu verdonnern.
Wie für alle Papageien muss auch für Katharinasittiche eine Einzelhaltung als absolut inakzeptabel angesehen werden! Als Einzelhaltung gilt hierbei auch eine Haltung eines Papageien mit einem artfremden Papageien, da es in der Regel zu nicht überbrückbaren Kommunikationsproblemen und dadurch zu massiven Verhaltensstörungen kommen kann.

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