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Handaufzucht

www.katharinasittiche.de spricht sich gegen kommerzielle Handaufzuchten von Papageien aus!

Die Handaufzucht ist auch heute noch eine beliebte und weit verbreitete Methode, um zahme Vögel zu produzieren. Dass dies nicht ganz unproblematisch und oft völlig unnötig ist, ist vielen Menschen nicht bewusst.

Gegen Handaufzucht

Es kommt hin und wieder vor, dass eine Handaufzucht von jungen Katharinasittichen nötig ist. Gründe hierfür können sein:

In solchen Fällen kann es durchaus nötig sein einzugreifen, wenn man das Leben der Küken retten möchte. Oftmals reicht es jedoch aus, die Elterntiere durch regelmäßiges Zufüttern der Küken zu unterstützen und somit zu entlasten. Hat man mehrere brütende Paare, ist es zudem möglich, Ammentiere einzusetzen. Das bedeutet, dass man die Küken anderen Paaren zur weiteren Aufzucht unterlegt. Bei Katharinasittichen ist dies - bis auf wenige Ausnahmen - problemlos möglich. Gemeinhin gelten Katharinasittiche als fürsorgliche Eltern, welche sogar bereits flüggen, fremden Nachwuchs bereitwillig füttern.

Viele Menschen haben jedoch noch immer das Bild eines Kuscheltieres vor Augen, wenn sie an Papageien denken. Ein zahmer Hausgenosse, ein zutraulicher Gefährte, der ihnen auf Schritt und Tritt folgt, sich bereitwillig streicheln lässt und vielleicht sogar noch ein paar Worte menschlicher Sprache plappert. Und wie kann man dies leichter erreichen als mit einer Handaufzucht direkt nach dem Schlupf? Was der Mensch den Tieren - und das sind Papageien ja nun einmal - damit antut, ist vielen "Verbrauchern" solcher Handaufzuchten nicht bewusst:

Dass es solche Tiere auch unter den Katharinasittichen gibt, habe ich im Bereich Verhaltensstörungen zusammengefasst. Auch wenn Katharinasittiche nur kleine Papageien sind, und ein Biss nicht solche Folgen hat wie der einer ausgewachsenen Amazone, das Schreien nicht so laut ist wie das eines Aras und sie sich nicht aus reiner Langeweile und Verzweiflung das Brustfleisch aufreißen wie so manch ein Kakadu, sondern sich auf das Ausreißen von Federn beschränken, so leiden sie doch wie die Großen - und so leiden auch wir Menschen, die im Nachhinein versuchen, diese Sozialkrüppel wieder in ein Schwarmgefüge zu integrieren.

Rupfer
Rupfender Katharinasittich.

Bedenken Sie daher, wenn Sie sich überlegen sollten, einen handaufgezogenen Katharinasittich zu erwerben, dass dieser Vogel niemals eine Chance hatte, sich zu entscheiden. Von "Geburt" an wurde er darauf getrimmt, dem Menschen zu gefallen und ihn als Artgenossen zu akzeptieren. Wenn er die Wahl gehabt hätte, zwischen einem Menschen und seinen Geschwistern und Eltern - was glauben Sie, wie er sich entschieden hätte?

Viele Halter von Katharinasittichen wissen, dass diese Sittiche von Natur aus extrem neugierig sind. Mit ein wenig Geduld ist es kein Problem, auch zwei Katharinasittiche, die im Familienverband aufgewachsen sind, zu zähmen. Und wenn Ihnen ihre Katharinasittiche das erste Mal freiwillig aus der Hand fressen oder Ihnen beim Zeitung lesen neugierig über die Schulter schauen - wie stolz können Sie dann sein, denn dieses Vertrauen haben Sie sich verdient!

Als Alternative zur Handaufzucht gibt es für den verantwortungsvollen Züchter die Möglichkeit der so genannten begleiteten Naturbrut. Dies bedeutet, dass den Jungtieren noch während der Aufzucht durch die Eltern die Scheu vor dem Menschen genommen wird, indem der Züchter täglich Kontakt mit den Tieren hat, z. B. beim Wiegen, beim Beringen, bei der Reinigung des Kastens und mit fortgeschrittenem Alter der Jungtiere beim vorsichtigen Spiel. Dies geht natürlich nur, wenn bereits die Elterntiere menschlichen Kontakt gewöhnt sind, da es sonst zum Abbruch der Brut kommen kann. Das erfordert somit von dem Züchter Fingerspitzengefühl und eine gute Kenntnis seiner Tiere. Der Lohn sind zutrauliche und vollständig sozialisierte Katharinasittiche, mit ausreichend Respekt aber ohne Scheu vor dem Menschen.
Dass dies gut funktioniert, sollen Ihnen folgende Bilder verdeutlichen.

Begleitete Naturbrut Begleitete Naturbrut
Die erste wenige Tage alten Küken werden vom Elterntier nicht aus den Augen gelassen.
Begleitete Naturbrut Begleitete Naturbrut
Auch während der Reinigung der Kästen will der Nachwuchs versorgt werden:
Fütterung der Küken durch ein Elterntier.
Begleitete Naturbrut Begleitete Naturbrut
Liebevoll umsorgt: Tanten, Onkel und ältere Geschwister betüdeln
die immer hungrigen Katharinasittichsprösslinge.
Begleitete Naturbrut
Wiegen unter Pflegemamas wachsamen Augen: Für die Küken inzwischen Routine.
Begleitete Naturbrut
Junge Katharinasittichgeschwister erkunden ihre neue Welt.

Vielen Dank an Regina Graf für die Bereitstellung der Bilder!

Weitere Informationen zur Handaufzucht finden Sie auf folgenden Seiten:

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