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Einrichtung

Äste/Sitzgelegenheiten

Zur Innenausstattung von Käfig und Voliere gehören Äste unterschiedlicher Dicke und Beschaffenheit. Damit sich die Krallen der Tiere ordentlich abnutzen, sollte der Durchmesser der Zweige mindestens 20 mm betragen. Raue Oberflächen sind zudem besser als glatte. Verbindet man die Äste mit Seilen locker im Käfig oder in der Voliere, so fördert dies den Gleichgewichtssinn der Tiere.
Angebotene Zweige werden gerne entlaubt und benagt, weshalb man unbedingt auf Ungiftigkeit achten sollte. Als unbedenklich gelten:

Auch Nadelgehölze wie etwa Kiefer (Pinus spec.) oder Fichte (Picea spec.) sind als Knabberäste akzeptabel (also z. B. im hängenden Zustand), wenn auf einen geringen Harzanteil geachtet wird. Als ständige Sitzäste sollte man sie besser nicht anbieten, da austretendes Harz das Gefieder der Vögel verkleben kann. Während der Brutzeit beziehungsweise der Jungenaufzucht sollte ganz auf Nadelgehölze verzichtet werden, um die Jungtiere durch das Harz nicht zu gefährden.

Schlafhaus

Ebenso wichtig wie die Sitzgelegenheiten sind Schlafmöglichkeiten für die Vögel. So suchen Katharinasittiche auch außerhalb der Brutzeit angebotene Nistkästen auf und übernachten darin paarweise oder mit ihrem bereits gezogenen Nachwuchs. Möchte man verhindern, dass Paare durch die Anwesenheit von Nistmöglichkeiten nach abgeschlossener Brut erneut in Brutstimmung kommen, so kann man auch offene Schlafkästen oder geschützte Ecken mit hoch hängenden Ästen einrichten.
Offene Schlafkästen sollten auf jeden Fall dann angeboten werden, wenn man Nachwuchs bei seinen Tieren verhindern möchte. Die Vermehrung von Papageienvögeln bedarf in Deutschland einer behördlichen Zuchtgenehmigung. Diese ist auch erforderlich, wenn der "Ein-Paar-Halter" seine Tiere einmal brüten lassen möchte, denn die Abgabe unberingten Papageiennachwuchses ist strafbar. Bedenken Sie dies bitte, bevor Sie Nistkästen in den Käfig oder in die Voliere einbringen. Offene Schlafhäuser hingegen bieten erforderlichen Schutz und Rückzugsmöglichkeiten, ohne die Vögel zur Brut zu ermuntern.

Schlafhaus Beispiel eines Schlafhauses

Futter- und Trinkgefäße

Futter- und Trinkgefäße sollten im Käfig so angebracht werden, dass sie nicht verschmutzt werden können, also möglichst hoch und nicht direkt unter Sitzplätzen. Auch wenn Katharinasittiche durchaus Futter am Boden aufnehmen, bietet sich eine solche Fütterung nur in einer entsprechend dimensionierten Voliere an, in welcher die Gefäße nicht durch Kot oder herumfliegende Streu verschmutzt werden. Generell hat sich ein Anbringen der Näpfe am Volieren- oder Käfiggitter bewährt sowie in größeren Volieren das Angebot von Schalen auf Tischen oder Regalböden.
Ebenso wichtig wie die Positionierung der Futter- und Trinkgefäße ist die Wahl des Materials. Die üblichen Kunststoffnäpfe sind nur bedingt brauchbar. Zum einen hält das Material auch kleinen Papageienschnäbeln kaum stand. Es besteht die Gefahr, dass Kunststoffteile in das Futter geraten und von den Vögeln beim Fressen verschluckt werden. Des Weiteren vertragen die Gefäße keine hohen Temperaturen, welche jedoch beim Reinigen der Futternäpfe manchmal durchaus nötig sind.

Futterdrehtisch
Futterdrehtisch in einer Voliere.

Besser sind Edelstahl- oder Tonnäpfe. Sie sind unter hygienischen und praktischen Gesichtspunkten den Kunststoffnäpfen vorzuziehen. Edelstahlnäpfe gibt es inzwischen in unterschiedlichsten Ausführungen, so dass für jeden Bedarf etwas dabei sein sollte. Die Befestigung erfolgt am Volieren- oder Käfiggitter. Futterdrehtische aus Edelstahl beispielsweise erlauben eine Fütterung der Vögel von außen, bei den flinken Katharinasittichen in einer Voliere manchmal durchaus von Vorteil.
Die Reinigung der Gefäße kann auch mit kochendem Wasser oder in der Spülmaschine (hier selbstverständlich ohne Reinigungsmittel!) erfolgen, ohne dass die Qualität des Materials darunter leidet. Gleiches gilt für glasierte Tonnäpfe oder Porzellanteller. Ich verwende seit einigen Jahren erfolgreich glasierte Tonuntersetzer für Zimmerpflanzen. Sie lassen sich leicht reinigen, verhindern durch den recht hohen Rand ein übermäßiges Verteilen des Futters im Raum und lassen sich aufgrund des hohen Gewichts nicht von den Vögeln hin und her (oder direkt vom Tisch) schieben.

Futterbrett
Zum Futterbrett umfunktioniert:
Ein beschichtetes Holzregal, stabil und feucht abzuwischen.

Da Tonuntersetzer und Teller nur schwer am Gitter befestigt werden können, benötigt man hier einen passenden Futtertisch. Ob man diesen in einer Voliere direkt auf den Boden stellt oder am Gitter oder am Gerüst befestigt, bleibt dem Vogelhalter selbst überlassen. Aus Platzgründen hat es sich in schmalen Volieren bewährt, Futtertische aus beschichteten Holzregalböden mithilfe von Scharnieren beweglich zu befestigen, so dass der Tisch mit wenigen Handgriffen heruntergeklappt werden kann und dadurch ein einfacheres Hantieren im Innenraum möglich ist.

Futtertisch
Ein auf zwei Holzböcken aufgebahrter Arbeitsplattenrest aus dem Baumarkt wird zum funktionellen, hygienischen Futtertisch für Katharinasittiche, hier in einem Vogelzimmer.

Bei der Käfighaltung bieten sich als Trinkgefäße sogenannte Trinkfontänen an, welche von außen durch das Gitter gesteckt werden und so immerzu frisches Wasser bereit halten. Durch die relativ kleine Trinköffnung ist die Gefahr der Verschmutzung durch Kot oder Futterreste geringer als bei einem großen, offenen Gefäß. Nichtsdestoweniger muss natürlich auch hier täglich frisches Wasser nachgefüllt werden.
In größeren Volieren kann man auch offene Trinkgefäße anbieten, z. B. aus Ton oder Porzellan. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass durch überlegte Positionierung die Verunreinigung des Wassers verhindert oder zumindest minimiert wird.

Bodenbelag

Der Bodenbelag in Voliere oder Käfig will gut gewählt sein. Im Handel gibt es eine große Auswahl an verfügbaren Materialien, von der Kleintierstreu über diverse Granulate bis zum Papageiensand. Am besten ist es, verschiedene Beläge auszuprobieren, um für sich und seine Vögel die beste Möglichkeit zu finden.
Kleintierstreu ist gut zu reinigen und vor allen Dingen saugstark, was bei den Ausscheidungen der Katharinasittiche besonders nach Aufnahme großer Mengen an Obst oder Gemüse ein wichtiger Aspekt ist. Außerdem ist Kleintierstreu preisgünstig in großen Gebinden zu kaufen. Ein Nachteil ist allerdings, dass die Streu relativ leicht ist. Fliegt ein Vogel vom Boden auf, so verteilt sich die Streu im näheren Umkreis der Voliere. Um dies zu verhindern, kann man am unteren Teil der Voliere von außen durchsichtiges, flexibles Plexiglas anbringen.
Etwas teurer aber besonders bei Käfighaltung sehr empfehlenswert sind beispielsweise Buchenholzgranulat, Hanfschrot oder Maisgranulat. Diese Granulate gibt es in verschiedenen Körnungen, allesamt schwerer als Kleintierstreu und somit besser geeignet, um die Käfig- oder Volierenumgebung sauber zu halten. Zudem beschäftigen sich einige Katharinasittiche gerne mit den einzelnen Granulatstücken, schieben sie von links nach rechts, wieder zurück oder tragen sie durch die Gegend. Verschmutztes Granulat lässt sich gut von sauberer Streu trennen, so dass z. B. in einer Voliere nicht bei jeder Reinigung der komplette Bodenbelag ausgewechselt werden muss, im Hinblick auf den Preis gerade für Volierenbesitzer ein nicht zu vernachlässigender Punkt.
Von Vogelsand als Bodenbelag rate ich bei der Katharinasittichhaltung ab. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der breiige Kot der Katharinasittiche in Verbindung mit Vogelsand bereits nach wenigen Stunden im Käfig zu stinken beginnt. Selbst wenn man den Sand täglich wechselt, tritt diese Geruchsbelästigung auf.

Seile, Schaukeln und Spielzeug

Zur Inneneinrichtung von Käfig und Voliere gehören sicherlich auch Dinge wie Seile, Schaukeln oder Spielzeug. Baumwollseile unterschiedlicher Dicke, Hanfseile oder Seile aus Bast und Kokosfasern lassen sich gut mit Ästen verbinden und sorgen so für ein flexibles Kletter- und Sitzgebilde im Käfig. Alles wackelt hin und her, wenn die Vögel über die Zweige laufen oder diese anfliegen. Das fördert nicht nur den Gleichgewichtssinn sondern auch die Beinmuskulatur. Zudem nutzen sich die Krallen besser ab, wenn der Vogel unterschiedliche, sich bewegende Materialien als Sitz- und Laufgrundlage hat. Es ist beim Einsatz von Seilen aller Art darauf zu achten, dass sich keine Schlaufen oder langen Fäden lösen, da diese zu gefährlichen Fallen für die Vögel werden können.
Schaukeln sind beliebte Plätze in einer Voliere. Wie bei vielen Dingen rund um die Vogelhaltung kann man sich auch hier kreativ betätigen und eigene Schaukelkonstruktionen erschaffen. Die sind allemal besser als die im Handel käuflichen glatten, perfekten Schaukeln aus Rundhölzern. Mit wenigen Handgriffen lassen sich aus verschiedenen Naturmaterialien schöne Schaukeln bauen. Durch die raue Oberfläche und die ständige Bewegung nutzen sich auch hier wieder die Krallen hervorragend ab.

Schaukel
Beliebte Treffpunkte: Selbstgebaute Schaukeln.

Ansonsten sind der Kreativität bei der Einrichtung der Vogelunterkunft keine Grenzen gesetzt. Die Vögel wollen beschäftigt werden. Bieten Sie ihnen daher unterschiedliche Materialien, Formen und Farben an. Die Vögel werden es ihnen mit geistiger und körperlicher Gesundheit danken.

Spielzeug
Verschiedene Materialien, Farben und Formen fördern und fordern den Vogel.

Beleuchtung

Insbesondere bei der Haltung der Katharinasittiche im Haus steht den Tieren nur ein Minimum der Lichtintensität im Vergleich zur Außenvolierenhaltung zur Verfügung. Für das Wohlbefinden der Tiere kann es somit nötig sein, künstliche Lichtquellen in einer Voliere oder an einem Käfig anzubringen. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Lampe mit einem so genannten elektronischen Vorschaltgerät betrieben wird. Der Sinn eines solchen Bauteils ist die Hochregulierung der Frequenz einer Lampe. Die normalen im Haushalt gebräuchlichen Lampen flimmern mit einer für das menschliche Auge nicht erkennbaren Frequenz. Das Vogelauge jedoch ist in der Lage, wesentlich mehr Bilder pro Sekunde aufzulösen. Vorstellen kann man sich dies, wenn man an die inzwischen glücklicherweise selten gewordenen Computerbildschirme denkt, welche durch sichtbares Flimmern bei Dauerbetrieb zu Kopf- und Augenschmerzen führten. Moderne Geräte produzieren eine höhere Anzahl an Bildern pro Sekunde, so dass das menschliche Auge keine Einzelbilder mehr auflösen kann und so ein flimmerfreies Bild aufnimmt. Bei flimmerfreien Lampen geht es dem Vogel mit Sicherheit besser als wenn er über mehrere Stunden pro Tag einer flimmernden Lichtquelle ausgesetzt ist.
Ein weiterer Punkt ist beim Kauf der Lampe zu beachten: Das Lichtspektrum. Im Handel gibt es inzwischen eine reiche Auswahl an Vollspektrumlampen, die das gesamte sichtbare Lichtspektrum emittieren. Damit erscheint die Umgebung des Vogels in Echtfarben, wie er sie unter dem natürlichem Licht der Sonne sehen würde. Obgleich es extra für Vögel entwickelte Vollspektrumlampen mit einem Anteil an UV-Licht gibt, ist deren Nutzen umstritten. Bisher konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass das UV-Licht auch in größerer Entfernung der Lampe (wenn der Vogel weiter als etwa 50 cm von der Lampe entfernt sitzt) noch messbar ist. UV-Licht ist wichtig, da Papageien auch in diesem Spektrumbereich des Lichts sehen können. Beim Wellensittich z. B. spielt das UV-Licht ein große Rolle bei der Partnersuche, da Teile des Gefieders unter UV-Licht leuchten, die bei Abwesenheit des UV-Lichts nur in den normalen Farben erscheinen. Ob und welchen Einfluss das UV-Licht bei der Partnerwahl beim Katharinasittich hat, ist mir nicht bekannt.
Aufgrund der geringen Intensität des UV-Lichts der Speziallampen ist auch deren Nutzen beim Vitamin-D-Stoffwechsel fraglich. Ich nutze diese Lampen dennoch, da ich da Gefühl habe, dass die Vögel sich gerne in der Nähe dieser Lichtquellen aufhalten. Hierfür bringe ich einen Sitzast in direkter Nähe der Lampe an, maximal 30 cm entfernt. Die Vögel können sich dann selbst entscheiden, ob und wann sie dort sitzen wollen. Besonders an trüben Tagen ist der Sonnenast ein beliebter Platz und wird zum ausgiebigen dösen genutzt.

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