Ernährung

Wie bei allen Lebewesen ist die Ernährung der Katharinasittiche untrennbar mit ihrer Gesundheit verbunden. Viele Katharinasittiche in Menschenobhut aber werden auch heute noch falsch ernährt: zu fett, zu viel, zu langweilig. Die Folge sind träge, flugfaule Tiere, fettleibig, mit schlechtem Gefieder und im schlimmsten Fall mit Organschäden. Das geht auch anders!

Katharinasittiche fressen gern und viel – sie zelebrieren jede Mahlzeit. Gönnen Sie ihm dieses Vergnügen. Wenn Sie dann auch noch darauf achten, dass die Ernährung abwechslungsreich und vollwertig ist, werden Ihre Vögel es Ihnen mit Vitalität und einem langen Leben danken.

Obst & Gemüse
Obst & Gemüse

Knackig und frisch - des Katharinasittichs Leibspeisen

Sämereien
Sämereien

Körnermischungen, Einzelsaaten sowie Quell- und Keimfutter

Was braucht der Sittich?

In ihrer Heimat ernähren sich Katharinasittiche vermutlich hauptsächlich von Blattknospen, Baum- und Grassamen sowie Früchten, ergänzt durch Nahrung tierischen Ursprungs wie Käferlarven und Würmer. Das klingt erst einmal sehr reichhaltig. Allerdings legen die Vögel in freier Wildbahn weite Strecken zu ihren Futtergründen zurück, die Tiere müssen sich ihre Nahrung also erarbeiten.

Anders verhält sich das mit Katharinasittichen in menschlicher Obhut. Selbst in großen Volieren sind die Wege begrenzt. Die Tiere stolpern quasi aus dem Bett in den immer gefüllten Futternapf. Es herrscht Dauerüberfluss.

Nun ist der Halter in der Pflicht: Auf der einen Seite muss er den verminderten Energiebedarf bei der Wahl der Nahrung berücksichtigen. Andererseits ist es sinnvoll, den Energieverbrauch der Tiere zu steigern.

Vor diesem Hintergrund gibt es für Katharinasittiche die Ernährungsempfehlung:

  • 50% Obst & Gemüse
  • 10% Grünfutter & Kräuter
  • 40% Sämereien
So mobilisieren Sie Ihre Vögel
  • Platzieren Sie Futtergefäße möglichst weit voneinander entfernt, so dass sich die Sittiche bewegen müssen.
  • Verpacken Sie Futter, verstecken Sie es, variieren Sie die Form der Darreichung: an Ästen aufgespießte Appfelschnitze, Körner in einer Schale mit Streu, wackelnde Gemüsespieße – das sorgt für Abwechslung.
  • Machen Sie die Futtersuche zu einer sinnvollen Beschäftigung für Ihre Katharinasittiche.

So bringen Sie die Vögel nicht nur körperlich, sondern auch geistig in Schwung.

Nicht zu vergessen ist natürlich das tägliche Angebot von frischem Wasser. Da Katharinasittiche über den Tag verteilt viel trinken, muss besonders an heißen Tagen immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen. Bei Wassermangel kommt es bereits nach wenigen Stunden zu schweren Dehydratationserscheinungen.

Verdauung & Kot

Der Verdauungstrakt der Sittiche ist perfekt an die primär pflanzliche Nahrung angepasst. Sie haben eine dicke, fleischige Zunge, welche als hochsensibles Organ mit vielen Tastkörperchen ein Betasten und damit eine Auswahl der Nahrung ermöglicht.

Auf einem Röntgenbild eines Katharinasittichs lassen sich Magensteine im Muskelmagen als helle Schatten erkennen

Nach Aufnahme und gegebenenfalls Zerkleinerung der Nahrung gelangt diese in den Kropf. Das ist eine Art Reservoir, in welchem eine Vorverdauung stattfindet. Im Drüsenmagen werden verdauungsfördernde Fermente und Säuren zugesetzt, wohingegen im anschließend folgenden Muskelmagen die Verdauung durch kräftige Muskelkontraktionen mechanisch vorangetrieben wird.

Hier nun kommen die für die Papageien so wichtigen Magensteine ins Spiel. Das sind mit der Nahrung oder bewusst aufgenommene kleine Steinchen, die besonders bei den samenfressenden Papageienarten zu finden sind. Sie unterstützen quasi als Zahnersatz die mechanische Zerkleinerung der Nahrung, indem sie durch die Muskelbewegungen des Magens harte Bestandteile mahlen oder zumindest stark beschädigen. So können anschließend die auch im Muskelmagen erneut zugesetzten Verdauungssäfte ihre Aufgabe leichter verrichten.

Dieser Kot ist sowohl in Farbe als auch Konsistenz absolut normal

Katharinasittiche haben einen erstaunlichen Stoffwechsel. Die reichlich aufgenommene Nahrung wird mit einer enormen Geschwindigkeit verdaut und verschwenderisch verstoffwechselt. Dementsprechend üppig und von der Konsistenz her eher breiig bis flüssig ist auch der Kot der Katharinasittiche nach einer obsthaltigen Mahlzeit. Mit dem Kot von Wellensittichen haben diese Hinterlassenschaften nichts gemeinsam.

Neulinge in der Katharinasittichhaltung sind dementsprechend irritiert bis schockiert und wähnen ihre Sittiche dem Tode nahe, wenn sie das erst Mal den scheinbaren Durchfall sehen. Solange jedoch der Anteil an reiner Flüssigkeit im Kot gering ist, besteht kein Grund zur Sorge.

Abhängig von vorangegangenen Mahlzeiten ist die Färbung des Kots variabel. Rote Paprika oder Karotte sorgen für farbenfrohe Abwechslung im sonst hell- bis dunkelgrünen und weißen Verdauungsalltag.