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Zucht

Früher kam es hin und wieder zu Problemen bei der Zucht von Katharinasittichen. Low (1983) berichtet von einer Brut, aus der vier Junge hervorgingen. Sie verließen jedoch den Kasten völlig nackt. Sie waren gerupft worden. Zudem wurden Gelege oftmals verlassen oder geschlüpfte Jungtiere nicht gehudert und gefüttert, so dass sie früh starben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Zucht des Katharinasittichs (Ziegler 1966, Weber 1989) kann sie heutzutage als relativ unproblematisch angesehen werden.

Die Erstzucht gelang 1902 in Frankfurt a. M./Deutschland einer Frau Zeh. Ihr Paar war angeblich bereits älter als zwölf Jahre, bevor es das erste Mal zur Brut schritt. Dieses Paar zog ein Junges in einem relativ kleinen Käfig von einem Kubikmeter Rauminhalt groß.

Weitere Zuchterfolge (nach Arndt 1986):

1913Baker (England)
1938Zoo von San Diego (USA)
1953Prestwich (England)
1954Draper (England)
1955Dalborg-Johansen (Dänemark)
1956van der Heijden (Niederlande)
1960West (USA)
1964Wessels (Niederlande)
1966Ziegler (Deutschland)
1968Stenholm (Schweden)
1972Stern (England)
1974Oxley (England)
1975Prante (Deutschland)
1975Grigull (Deutschland)
1981Sigrist (Deutschland)
1984Jespersen (Dänemark)

Ernährung

Zusätzlich zur Standardernährung kann der Speiseplan der Katharinasittiche während der Zucht durch Aufzuchtfutter, Eifutter und gequollene Sämereien angereichert werden (Welkisch/Braunschweig; Lägel/Buxtehude). Röder (Büdingen) bietet zusätzlich Weichfutter (Witte Molen) für Turakos und CéDé®-Aufzuchtfutter für Wellensittiche an. Koch (Kürten) setzt auf Kiwi und Mehlwürmer. Mehlwürmer werden auch von Wagner (Garbsheim) und Lägel (Buxtehude) angeboten. Wichtig während (aber auch außerhalb) der Brutzeit ist viel Grünzeug (Wagner/Garbsheim; Welkisch/Braunschweig). Bei Henig (Rottendorf) gibt es außerdem gekeimte Sonnenblumenkerne. Hanf kann zur Anregung der Brutlust gegeben werden, jedoch nur bis spätestens zum ersten Ei (Borchard/Fiedler/Duderstadt). Ansonsten sind die Vögel zu unruhig.

Probleme bei der Zucht

Die Tatsache, dass Jungvögel der vorherigen Brut auch noch nach dem Ausfliegen den Nistkasten zum Schlafen aufsuchen, kann insofern zu Unruhen führen, dass das aktuelle Brutgeschäft des Weibchens gestört wird. Unter Umständen kommt es sogar zur Zerstörung des neuen Geleges. Dem kann man entgegenwirken, indem kurz vor dem Ausfliegen der ersten Brut ein weiterer Kasten angeboten wird. Das Weibchen wird dann recht zügig ein weiteres Gelege aufbauen, der Hahn kümmert sich sowohl um das brütende Weibchen als auch um die bereits flüggen Jungvögel.
Lantermann (1999) hatte zu Beginn seiner Bruterfahrungen mit den Katharinasittichen Probleme mit Stellungsanomalien der Beine (Spreizbeine). Dies kommt auch heute noch häufig vor, wenn die Küken alleine in dem Kasten sitzen und sich zudem keine Mulde oder Einstreu im/auf dem glatten Boden des Nistkasten befindet. Dadurch gibt es keinen Widerstand, gegen den sich das Küken stemmen kann. Vermieden werden können solche Anomalien durch Aufrauen des Kastenbodens, Einbringen von ausreichend Streu und aufmerksame Kontrolle von Einzelnachwuchs.
Es sei ergänzend erwähnt, dass Spreizbeine beim Katharinasittiche bis zu einem gewissen Alter durchaus erfolgreich korrigiert werden können. Dies sollte sich der Züchter beim ersten Mal von einem vogelerfahrenen Tierarzt zeigen lassen. Durch falsche Korrekturmaßnahmen kann es sonst zu Abschnürungen der Beine, zu Verlust von Zehen und Füßen oder gar zum Tod des Kükens führen. Von Experimenten ist daher dringend abzuraten!

Weitere Probleme bei der Zucht kann eine zu niedrige Luftfeuchte (diese sollte etwa 65 bis 75 % betragen) oder Vitamin-B6-Mangel hervorrufen und zum Eintrocknen der Eier und Absterben der Embryonen lange vor dem Schlupf führen.
Temperatur- und Luftfeuchteschwankungen in Außenvolieren können sich negativ auf das Paarungsverhalten auswirken (Borchard/Fiedler/Duderstadt). Unbefruchtete Gelege waren dort ebenso ein Problem wie unzureichende Fütterung der Küken. Zum Teil wurden nur zwei Junge einer Brut aufgezogen.

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